Kommentar André Bochow zur deutschen Klimapolitik Logik wird beim Klimaschutz ausgeschaltet

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Berlin / André Bochow 17.08.2018

Gehört die anhaltende Hitze zum Wetter oder zum Klimawandel? Eine naheliegende, aber nicht unbedingt sinnvolle Diskussion. Denn dass es wärmer wird auf der Erde und dass die Meeresspiegel steigen,  kann man messen. In vielen Teilen der Welt ist auch das nicht mehr nötig. Wenn die Heimat überspült wird oder die Dürre die Menschen in die Flucht treibt, erübrigen sich theoretische Debatten.  

Die logische Schlussfolgerung sollte sein, alles Menschenmögliche zu unternehmen, um die Erderwärmung aufzuhalten. Wir wissen sogar, wie das geht. Wer nicht  wie die  Trumps und Gaulands dieser Welt denkt,  hat sich von der Wissenschaft davon überzeugen lassen, dass eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes höchst sinnvoll ist. Auch unsere Regierung teilt diese Ansicht. Aber sie hat die Einhaltung des Klimazieles aufgegeben, zu dem sich Vorgängerregierungen in unserem Namen bekannt haben.

Angeblich will die Koalition alles tun, um bis 2020 wenigstens in die Nähe der versprochenen CO2-Reduzierung zu kommen. Das kann nicht ernst gemeint sein. Seit 2009 stagniert der Kohlendioxidausstoß in Deutschland. Aber es gibt weder eine Extrasteuer auf extra große SUVs, noch wird die Subventionierung des Flugverkehrs beendet. Und die Braunkohle-Dreckschleudern in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg produzieren mit ungebrochenem Elan Energie. Wenn Greenpeace eine Studie vorlegt, nach der man die Braunkohleverstromung sofort um ein Drittel herunterfahren könnte, werden Wirtschafts-und Regionalinteressen wieder wichtiger sein als die globale Verantwortung. Das ist auch der Grund, warum die Klimaziele nicht erreicht werden.

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