GroKo Kommentar zur Bildung: Liefern statt labern

Berlin / Martin Hofmann 02.01.2018
Wieder kommen Politiker mit roten Linien für Sondierungsgespräche – diesmal in der Bildung. Sie sollten diese Rituale aufgeben.

Wer zahlt, bestimmt die Musik. Die Politiker aus Bund und Ländern halten sich mal wieder an alte Volksweisheiten. Doch ihr Beharren auf Maximalpositionen bringt die Debatte um eine dringend bessere Ausstattung der Bildungseinrichtungen keinen noch so kleinen Schritt voran.

Im neuen Jahr sollte mit dieser Art politischer Pseudo-Konfliktbewältigung um sogenannte eherne Grundsätze endlich Schluss sein. Jeder Bürger weiß, was Not tut. Geld muss in die Sanierung von Schulen, in die Ausbildung und Finanzierung von mehr Lehrern, in die Ausstattung der Bildungsstätten fließen. Es gilt, diese Institutionen endlich in die Lage zu versetzen, jedem Kind die bestmöglichen Chancen zu bieten, nicht nur sicher Rechnen, Schreiben und Lesen zu lernen, sondern seine Talente zu entdecken. Jeder Euro, der unsere Gesellschaft diesem Ziel näher bringt, ist gut angelegt. Er sichert den Lebensstandard dieses Landes, das immer mehr auf fähige und kreative Köpfe angewiesen ist.

Von den Politikern erwartet die Gesellschaft, diese Aufgaben zu lösen, statt auf Prinzipien herumzureiten.  Wenn es keine Mehrheit für das Abschaffen des Kooperationsverbots gibt, lässt sich die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern in einer Vereinbarung regeln. Einige Ministerpräsidenten haben bereits vernünftige Vorschläge dazu unterbreitet. Entscheidend ist doch, dass das Labern über längst fällige Entscheidungen aufhört und die Milliarden Euro geliefert werden. Dann können die Schulen etwa den Förderunterricht organisieren, um Defizite von Kindern auszugleichen. Es wird noch schwer genug sein, genügend geeignetes Personal dafür zu finden.            

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel