Kommentar Dieter Keller zum deutschen Export in den Iran Leider kein Löwe

Korrespondent Berlin,Autorenfoto 2014,Dieter Keller
Korrespondent Berlin,Autorenfoto 2014,Dieter Keller © Foto: Südwest Presse
Berlin / Dieter Keller 13.08.2018

Ziemlich hilflos wirken europäische Politiker angesicht der US-Sanktionen gegen den Iran. Präsident Donald Trump droht knallhart Unternehmen, die weiter mit der Islamischen Politik Geschäfte machen, dass sie dann in seinem Land rausfliegen. Deutschen Firmen bleibt da nichts anderes übrig, als dem Beispiel von Daimler zu folgen und aus dem Iran auszusteigen.

„Wir lassen uns aus Washington keine Handelsbeziehungen mit anderen Ländern diktieren“, sagt Peter Altmaier. Gut gebrüllt. Nur ist der deutsche Wirtschaftsminister leider kein Löwe, sondern höchstens ein Kater, der einen Donald Trump nicht zum Zittern bringt. Es ist eher ein Signal an Teherean: Wir lassen euch nicht im Stich. Zumindest verbal. Nur wissen wir leider nicht so recht, was wir machen sollen. Die EU droht Unternehmen, die sich an die Snaktionen halten, mit Strafen. Als ob man sie zwingen könnte, Geschäfte zu machen.

Gegen brutale Machtpolitik ist schwer anzukommen. Da hilft nur eigene Macht, und die hat Europa in diesem Fall nicht. Also bleibt nichts übrig, die nicht vorhandenen Zähne zu fletschen, auch wenn es wenig überzeugend wirkt.

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