Lehrermangel Kommentar zum Lehrerberuf: Aufwertung nötig

Ulm / Alfred Wiedemann 29.12.2017
Lehrer-Seiteneinsteiger sollten keine Schmalspur-Pädagogen sein. Wichtiger ist aber, das der Beruf attraktiver wird.

Leute ohne pädagogische Ausbildung sollte man nicht auf Schulkinder loslassen. Elternbeirat und Lehrerverbände haben schon recht: Wenn solche Lehrer unterrichten, haben die Kinder in der Regel wenig davon. Allerdings müssen Seiteneinsteiger mit pädagogischer Schnellbleiche nicht schlechter sein  als studierte Lehrer. Von denen sind auch nicht alle die großen Leuchten im Vermitteln der Unterrichtsstoffe. Noch viel ärgerlicher als Schmalspur-Pädagogen sind aber gar nicht erst  vorhandene Pädagogen. Wenn mehr Seiteneinsteiger weniger Unterrichtsausfall bedeuten, dann dürfen die Kultusminister ruhig mehr von ihnen einstellen. Dabei auf besseres pädagogisches Rüstzeug zu achten, schadet auch nicht.

Das Problem ist, überhaupt genug Lehrer zu finden. Gute Pädagogen, auch für die Schulen weitab vom Schuss. Lehrerinnen und Lehrer müssen heute einer Menge Ansprüchen gerecht werden. Die Arbeitsbedingungen sind oft nicht traumhaft, die Bezahlung an Grundschulen ist nicht unbedingt üppig. Lehrerverbände und Gewerkschaften sagen es schon lange: Der Beruf muss attraktiver werden.

Diese Forderung ist mehr als Lobby-Geklingel. Der Beruf muss dringend attraktiver werden. Dazu gehören Stellenpläne, die nicht auf Kante genäht sind. Und bessere Aufstiegsmöglichkeiten. In Baden-Württemberg sind mehr als 250 Schulleiterstellen ausgeschrieben. Bisher sind diese Jobs nicht begehrt. Es gibt zwar mehr Geld, aber ganz offensichtlich nicht genug für das Plus an Arbeit und Verantwortung. Da reicht kein Appell mehr an den Idealismus der Pädagogen. Man könnte es ja auch mal mit besserer Bezahlung versuchen. Unsere Kinder sind es wert.

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