Bildung Lehrer für Handy-Verbot in Deutschland

Paris/Stuttgart / Von Axel Habermehl und Peter Heusch 01.08.2018

Lehrer wünschen sich an Deutschlands Schulen eindeutigere Regeln für den Umgang mit Smartphones. Zwar seien Schüler dazu angehalten, im Unterricht ihre Handys auszuschalten, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger. Doch lenkten die Geräte immer noch vom Unterricht ab. Insofern habe Frankreich „einiges richtig gemacht“, sagte er.

Frankreichs Abgeordneten sind Handys an Schulen so sehr ein Dorn im Auge, dass sie nun ein generelles Handyverbot für alle Schüler unter 15 Jahren erließen. Das Gesetz ist bindend für alle  staatlichen Vor- und Grundschulen sowie für die Sekundarstufe I. Allein den Gymnasien des Landes bleibt es freigestellt, ein Handverbot einzuführen.

 Mit dem Verbot wurde ein Wahlversprechen des Präsidenten Emmanuel Macron umgesetzt. Obwohl das Staatsoberhaupt ein Verfechter neuer Technologien ist, stemmte er sich seit Längerem gegen den „Ablenkungsfaktor“ Mobiltelefon an den Schulen. Zudem will die Regierung mit dem Verbot auch gegen  Mobbing auf Schulhöfen vorgehen.

In Deutschland löste das Verbot eine Debatte aus, ob strengere Regeln auch hierzulande sinnvoll wären. Derzeit gilt nur in Bayern ein gesetzliches Handy-Verbot an Schulen. Das jedoch ist umstritten. Bayerns Schulen sollen daher ab Herbst mögliche Neuregelungen testen.

In Baden-Württemberg gibt es kein generelles Verbot, Handys mit in die Schule zu bringen oder sie zu nutzen. Während der Schulzeiten und auf dem Schulgelände kann die Handhabung der Geräte jedoch reglementiert werden.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CSU) sagte: „In der Schule ist es unausweichlich, gemeinsame Regelungen zum Umgang und Einsatz von Handys zu finden, um einen ungestörten Unterricht zu gewährleisten.“ Die meisten Schulen hätten Schulordnungen erlassen, die eine maßvolle und verantwortliche Nutzung von digitalen Endgeräten regeln.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel