Kommentar André Bochow zum Bericht der Welthungerhilfe Leben in einer besseren Welt

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Autorenfoto André Bochow © Foto: Thomas Koehler/photothek.net
Berlin / André Bochow 20.06.2018

Mitten hinein in die deutsche Regierungskrise, in Handelskriege und in die Berichtflut  von Katastrophen aller Art,  platziert die Welthungerhilfe Nachrichten von Fortschritten auf dem Planeten. An sich werden da keine Neuigkeiten verbreitet, aber wenn eine deutsche Hilfsorganisation  nicht das Elend auf der Welt, sondern die Erfolge bei seiner Bekämpfung betont, dann hören vielleicht manche eher zu.

In den vergangenen 30 Jahren hat sich der Anteil der Hungernden halbiert. Neun von zehn Menschen haben inzwischen Zugang zu halbwegs sauberem Trinkwasser. 1980 waren es nicht einmal sechs von zehn. Die Kindersterblichkeit ist dramatisch gesunken und die Lebenserwartung gestiegen. Warum nur freuen wir uns so wenig darüber?

Ja, mehr als 800 Millionen Menschen hungern immer noch. In einigen Regionen der Erde hat sich die Lage deutlich verschlechtert, in Teilen Afrikas etwa. Doch insgesamt zeigt sich: Wir befinden uns keineswegs in einer Abwärtsspirale. Die Menschheit ist nicht dazu verurteilt, sich selbst zu vernichten. Vernunft und der Wille zur Zusammenarbeit setzen sich immer wieder durch. Nicht überall gleichzeitig, nicht immer nachhaltig – aber letztlich eben doch. Und das führt zu Entwicklung.  Die wiederum neue Probleme verursacht – für das Weltklima zum Beispiel.

Vielleicht wollen auch noch mehr Menschen zu uns, die gut ausgebildet sind, aber keine Arbeit in der Heimat finden? Sollen wir deswegen die sinkenden Hungerzahlen verfluchen?  Die Erfolge beim Kampf gegen Hunger, Krankheiten und gegen einen frühen Tod sollten uns Mut machen. Es besteht kein Anlass zur Verzweiflung.

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