Kriminalität Kriminalitätsstatistik: Wider Hass und Gewalt

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Berlin / André Bochow 25.04.2017

Thomas de Maizière ist in  Sorge. Er sieht eine zunehmende Verrohung der Gesellschaft. Der Innenminister hat gute Gründe, die in der aktuellen Kriminalstatistik zu finden sind. Es geht ihm vor allem um die Zunahme der Gewalt. Sowohl die „normale“ als auch die politisch motivierte Gewaltkriminalität findet immer mehr Opfer. Rechtsradikale, Linksradikale, Islamisten, manchmal scheinbar normale Bürger und Flüchtlinge sind die Täter. Flüchtlinge übrigens auch in einer erschreckend hohen Zahl als Opfer.

Aber Zahlen spiegeln die Gewalt und Verrohung nur teilweise. Sie geben nicht die Schreie der zusammengeschlagenen Obdachlosen wieder, nicht die Tränen der Menschen, die um Terroropfer trauern, nicht die Leiden vergewaltigter Frauen und nicht die Angst, die all diese Gewalt auslöst. Zumal ein großer Teil der Gewalt in den Statistiken gar nicht auftaucht. Nur gelegentlich lässt sich der Hass, der im Internet verbreitet wird, strafrechtlich verfolgen. Und wie viele trauen sich schon, etwas gegen Neonazis zu unternehmen, wenn sie im selben Dorf wohnen? Die Verrohung  bedroht uns alle. Wir müssen uns dagegen wehren.