Stuttgart Kretschmann streicht über 8000 Lehrerstellen

Stuttgart / ROL 11.07.2012
Um den Haushalt zu konsolidieren, will Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bis 2020 mehr als 8055 Lehrerstellen streichen.

Um den Haushalt zu konsolidieren, will Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bis 2020 mehr als 8055 Lehrerstellen streichen. Es sei in der mittelfristigen Finanzplanung bereits "eingepreist", dass diese mit einem "kw"-Vermerk für "künftig wegfallend" versehenen Posten gestrichen werden. "Die werden bis 2020 selbstverständlich wegfallen", kündigte Kretschmann gestern an. Um Einsparungen für den Etat zu erreichen, muss er aber weitere Stellen streichen - in welchem Umfang, ließ er offen.

Der Landesrechnungshof fordert die Streichung von bis zu 14 100 Stellen - zusätzlich zu den 8055 Stellen mit kw-Vermerk. Die Lehrergewerkschaft GEW glaubt, dass bis zu 12 600 Posten dem Rotstift zum Opfer fallen. "Das ist eine bildungspolitische Bankrotterklärung", sagte GEW-Landeschefin Doro Moritz. "Es gibt in der Legislaturperiode bis 2016 keine Gründe, auch nur eine Lehrerstelle zu streichen."

Laut einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen fordern 78 Prozent der Baden-Württemberger von Grün-Rot sogar zusätzliche Investitionen im Schulbereich. Die Regierung muss aber bis 2020 eine Milliardenlücke im Etat schließen. Ab dann darf das Land keine neuen Schulden mehr machen.