Grüne Kretschmann lehnt Parteiproporz bei Grünen ab

Winfried Kretschmann plädiert für ein Ende des Flügelproporzes.
Winfried Kretschmann plädiert für ein Ende des Flügelproporzes. © Foto: dpa
Berlin / Michael Gabel 30.12.2017
Soll der grüne Realo Cem Özdemir Chef der Bundestagsfraktion werden? Winfried Kretschmann sähe das gern.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich für ein Ende des Flügelproporzes bei der Besetzung von Spitzenämtern in seiner Partei ausgesprochen. „Es sollte eine Bestenauswahl geben, keine Flügelauswahl“, sagte er am Freitag. Indirekt legte er der Bundestagsfraktion die Wahl von Cem Özdemir nahe. „Er wäre ein guter Fraktionschef“, betonte er und verwies dabei auf die schwierige Rolle im neuen Bundestag. „Bei Debatten kommen wir immer als Letzte dran. Deshalb müssen wir die besten Leute nach vorn stellen.“

Özdemir gibt beim Parteitag Ende Januar das Amt des Parteichefs ab. Seine Chancen, Mitte Januar zum Fraktionsvorsitzenden gewählt zu werden, gelten als gering, weil nach dem Flügelproporz neben der Realo-Frau Katrin Göring-Eckardt nur ein Vertreter des Linken-Flügels infrage kommt. Als neue Parteichefs sind die Realos Robert Habeck und Annalena Baerbock favorisiert.

Bei der Parteilinken kommt der Vorstoß Kretschmanns nicht gut an. „Flügel sind kein Selbstzweck, sie transportieren Inhalte und organisieren die verschiedenen Meinungen innerhalb der Partei“, sagte die Sprecherin der Grünen Jugend, Ricarda Lang, der SÜDWEST PRESSE. Deshalb sei es wichtig, dass die Flügel auch in Spitzen­ämtern repräsentiert seien. Lang setzt sich dafür ein, dass der Parteilinke Anton Hofreiter als Co-Fraktionschef im Amt bleibt.

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