Umwelt Kretschmann dringt auf raschen Kohleausstieg

Stuttgart / Roland Muschel 16.08.2018

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann beklagt angesichts der jüngsten Hitzewelle eine verfehlte Klimaschutzpolitik auf Bundes- und auf europäischer Ebene. „Die Bundesregierung muss so schnell wie möglich aus der Kohleverstromung aussteigen. Das ist die dringlichste und allerwichtigste Klimaschutzmaßnahme auf Bundesebene, da können wir uns kein Zaudern leisten“, sagte Kretschmann der SÜDWEST PRESSE. Allein das größte Kohlekraftwerk Deutschlands emittiere so viel CO2 wie 13 Millionen Pkw zusammen.

Auf europäischer Ebene funktioniere das wichtigste Instrument, der Emissionshandel für den CO2-Ausstoß, leider nicht. „Das ist ein dramatisches Versagen der Klimaschutzpolitik.“ Die Bundesregierung müsse dafür sorgen, „dass die EU ihr wichtigstes Klimaschutzinstrument weiter schärft“; außerdem müsse der Verkehrsbereich „endlich liefern und seine Emissionen deutlich reduzieren“.

Die Hitzewelle habe „einen Vorgeschmack geliefert auf das, was uns erwartet“, sagt Kretschmann. So werde es künftig viel mehr heiße Tage mit mehr als 30 Grad geben. Das werde „dramatische Folgen“ haben. Bauern, die aktuell Ernteausfälle beklagen, sagte er Hilfe der Politik zu. Es gehe aber auch darum, wie sie künftig Vorsorge betreiben könnten. „Ich könnte mir eine Ernteausfallversicherung vorstellen, die von Bund und Ländern finanziell unterstützt wird.“

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