Kommentar Konflikt mit Nordkorea: Koreanische Manöver

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Günther Marx Autorenfoto © Foto: Gerd Markert Gerd Markert
Berlin / Günther Marx 17.05.2018
Noch ist nichts verloren im Konfliktmit Nordkorea. Doch die jüngsten Signale stimmen unseren Autor Günther Marx skeptisch.

Geht da etwas zu Ende, bevor es angefangen hat? Eine klare Antwort darauf wäre verfrüht. Doch deuten die jüngsten Äußerungen aus Nordkorea darauf hin, dass das Gipfeltreffen mit US-Präsident Trump – wenn es denn zustande kommt – komplizierter werden könnte, als dieser sich das vorstellen mag. Dass Kim Jong Un und Donald Trump am 12. Juni auf einen Schlag reinen Tisch machen werden – wer will das glauben?

Zum Jahreswechsel hatte Kim die Welt überrascht, als er unvermittelt auf einen Friedenskurs einschwenkte. Seither darf gerätselt werden, ob Kim vor Trump eingeknickt ist, oder der Nordkoreaner seine Position inzwischen derart stark einschätzt, dass er sein Nukleararsenal zum Gegenstand von Verhandlungen über die Aufhebung der Sanktionen machen kann.

Ob Kim tatsächlich, wie angedeutet, zu einer vollen Denuklearisierung bereit ist, wäre auszutesten. Zwar gibt es jetzt – schon das ist ein Fortschritt –  einen neuen Ansatz zu Verhandlungen. Die Erfahrung aber zeigt, dass Abrüstungsgespräche ein langwieriges und mühsames Geschäft sind, Rückschläge eingeschlossen.