Landwirtschaft Kompromiss bei Kastration von Ferkeln

Berlin / Mathias Puddig 03.11.2018

Die Fraktionen von CDU/CSU und SPD haben sich auf einen Kompromiss zur betäubungslosen Ferkelkastration geeinigt. Vorgesehen ist eine letztmalige Verschiebung des Verbotes bis Ende 2020, während gleichzeitig die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass Landwirte die Betäubung künftig selbst vornehmen. Das geht aus einem Gesetzentwurf beider Fraktionen hervor, der der SÜDWEST PRESSE vorliegt.

Als Betäubung soll das Inhalationsmittel Isofluran dienen, das aber noch zugelassen werden muss. Die Koalitionäre wollen eine entsprechende Erlaubnis gleich nach Inkrafttreten des Gesetzes erteilen. Ebenfalls schnell klären wollen sie, wie die Masken für die Betäubung der Jungtiere aussehen sollen.

Eigentlich sollte die Kastration der Ferkel ohne Betäubung bereits zum Jahresende verboten werden. Anfang Oktober verständigten sich die Spitzen von Union und SPD im Koalitionsausschuss jedoch darauf, die Frist bis zum Verbot noch einmal zu verlängern. Dies sei „zwingend erforderlich“, da die Alternativen noch nicht praxistauglich sind, heißt es jetzt in dem Gesetzentwurf.

Tierschutzverbände kritisierten den Beschluss scharf. Die Grünen halten ihn sogar für verfassungswidrig. „Es wurde in den letzten Jahren schlicht verschlafen, eine Umstellung verantwortungsbewusst zu begleiten“, sagte Friedrich Ostendorff, ihr Sprecher für Agrarpolitik.

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