Nun also wieder der Brandschutz. Nach dem Berliner Flughafen und dem Stuttgarter Fernsehturm trifft es jetzt womöglich die Neubaustrecke Stuttgart-Ulm. Obwohl im Planfeststellungsbeschluss eindeutig schon vor Baubeginn gefordert, liegt offenbar noch immer kein tragfähiges Konzept für den Steinbühltunnel vor, auch gibt es keine Gruben- und Rettungswehr des Bauherren.

Nicht nur der Göppinger Kreisbrandmeister befürchtet nun, dass die Freiwilligen Feuerwehren vor Ort in die Pflicht genommen werden sollen - und kündigt an, die Verantwortung abzulehnen, wenn die Mineure einmal 200 Meter tief im Berg sind. Am Freitag hatten sie sich bis auf 140 Meter ins Karstgestein der Alb gesprengt.

Spätestens nach dem Baustopp des Berliner Flughafens musste jedem Verantwortlichen eines Großprojekts - auch der Bahn - klar gewesen sein, dass der Brandschutz eine nicht zu unterschätzende Relevanz hat. Auch sollte dem Staatsunternehmen nach jahrelangen Diskussionen um eben jenes Thema bei Stuttgart 21 bewusst sein, dass sich dahinter enormer politischer Zündstoff verbirgt.

Die eigenen Versäumnisse jetzt auf ein noch gar nicht fertiggestelltes neues Diskussionspapier des Landes zu schieben, wirkt mehr als hilflos.

In den kommenden Tagen wird es ernst im Steinbühltunnel. Die Bahn muss jetzt schleunigst ein Brandschutzkonzept vorlegen. Sonst droht der nächste Baustopp.

Neubaustrecke droht Stopp