Diese Konferenz hätten sich die Vereinten Nationen schenken können – und sie hätten damit viel gewonnen: Mehr als 5000 Teilnehmer tummelten sich auf dem ersten Humanitären Weltgipfel in Istanbul, darunter Staats- und Regierungschefs. Sie segneten die Agenda für Humanität des UN-Generalsekretärs Ban Ki Moon ab. Vor allem verlangt Ban, dass die Mächtigen keine neuen Kriege anzetteln und alte Konflikte beenden.

Zudem fordert er, in Kriegen Zivilisten nicht mehr anzugreifen.Und er pocht auf mehr Geld, um das Leiden der Opfer zu lindern. Mit dieser Strategie soll die Welt die größte humanitäre Krise seit dem Zweiten Weltkrieg entschärfen: Derzeit sind 130 Millionen Männer, Frauen und Kinder auf Nothilfe angewiesen.

Bans Forderungen sind richtig. Muss die Uno aber eigens einen Gipfel einberufen, auf dem das bekräftigt wird?  Nein. Schon seit Jahren appelliert die Uno an die Friedfertigkeit der Mächtigen und mahnt mehr Solidarität an. Das Istanbuler Treffen wird kaum etwas an der globalen humanitären Katastrophe ändern – auch wenn einige Staaten einiges Geld für die Nothilfe zusagten.

Afrikanische Warlords, Syriens Assad-Regime und Terrorbanden wie der Islamische Staat lassen sich eben nicht von der Agenda für Humanität leiten. So verschlingt der Gipfel Millionen Euro und produziert viele wohlfeile Worte. Das Geld wäre besser  direkt in die Opfer-Hilfe geflossen.

Ein Verzicht hätte auch dem Ruf der Weltorganisation gut getan. Nicht zuletzt weil das Gastland Türkei unter Präsident Erdogan  selbst einen Feldzug gegen kurdische Separatisten führt – und dabei oft humanitäre Prinzipien beiseite wischt.