Numerus Clausus Kommentar zur Studienplatzvergabe für Mediziner: Versorgung mit Ärzten ist wichtig

Christian Rath Foto: unbekannt
Christian Rath Foto: unbekannt © Foto: unbekannt
Karlsruhe / Christian Rath 20.12.2017

Auch künftig wird ein Einser-Abitur der sicherste Weg zum Medizinstudium sein. Die Verfassungsrichter erkennen an, dass sehr gute Noten ein wichtiges Indiz für ein erfolgreiches Studium sind. Aber wird aus einem guten Studenten auch ein guter Arzt? Schwer zu sagen. Die Anforderungen sind ja auch unterschiedlich. An der Uni-Klinik ist wissenschaftliches Interesse wichtig. Der Hausarzt muss eher gut zuhören können. Karls­ruhe hat nun klar gesagt, dass das sehr gute Abi auch künftig nicht der einzige Weg zum Studium sein darf. Es liegt an der Politik, dass alternative Kriterien eine größere Bedeutung bekommen als bisher.

Auch in Zukunft wird es viel zu wenig Plätze für alle Bewerber geben. Selbst die von den Gewerkschaften geforderte Erhöhung um zehn Prozent reicht nicht aus. Hier geht es gar nicht um die Versorgung von jungen Leuten mit Studienplätzen, sondern um die ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Ärzten. In zehn bis fünfzehn Jahren geben viele Ärzte altersbedingt ihre Praxen auf und finden oft schwer Nachfolger. Hier muss die Politik schnell umsteuern. Denn gute Ärzte fallen nicht vom Himmel.

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