Kriminalität Sinkende Zahl von Wohnungseinbrüchen

Stefan Kegel
Stefan Kegel © Foto: Thomas Koehler/ photothek.net
Berlin / Stefan Kegel 27.12.2017

Eine aufgebrochene Terrassentür, durchwühlte Schränke, das Privateste aus Schubladen herausgekramt: Abgesehen von körperlicher Gewalt gibt es kaum eine Straftat, die so sehr das Sicherheitsempfinden der Menschen verletzt, wie ein Wohnungseinbruch. Der materielle Schaden – im vergangenen Jahr durchschnittlich 4600 Euro pro Fall – steht in keinem Verhältnis zu den Spuren auf der Seele.

Insofern ist jede Meldung, dass es weniger derartige Delikte gibt, eine Beruhigung. Auch wenn das Bundeskriminalamt noch keine endgültigen Zahlen für das laufende Jahr mitteilen kann, scheint sich nach einer langen Zeit der Zunahme der Abwärts-Trend zu verstetigen. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Zum einen wurde im Frühjahr eine Bande festgenommen, die für zeitweise jeden fünften Einbruch in Deutschland verantwortlich gemacht wurde. Außerdem suchen sich die organisierten Gruppen, die einen Großteil des Zuwachses der vergangenen Jahre ausmachten, neue Gebiete, etwa in Skandinavien. Der Aufklärungsdruck der Polizei scheint also Früchte zu tragen. Auch die Sicherungsmaßnahmen an Häusern – Riegel, Alarmanlagen, Videokameras – wurden wirksamer, wie sich bereits 2016 an der steigenden Zahl von nicht vollendeten Einbrüchen ablesen ließ. Inzwischen endet fast jeder zweite Einbruch damit, dass der Täter aufgibt.

Während Experten die Strafverschärfung für Einbrecher im Sommer eher als Symbolpolitik für eine verunsicherte Bevölkerung wahrnehmen, ist eines offenkundig: Eine Polizei, die in die Lage versetzt wird, ihre Arbeit gut zu machen, kann gegen Einbrecher mehr ausrichten, als der Ruf nach härteren Gesetzen es je könnte.

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