Kommentar Lage in der SPD: Ausdruck der Hilflosigkeit

Ellen Hasenkamp
Ellen Hasenkamp © Foto: Marc Hörger
Berlin / Ellen Hasenkamp 14.02.2018
Simone Lange wirft als Gegenkandidatin zu Andrea Nahles den Hut in den Ring. Doch das bringt die SPD nicht weiter.

Jetzt also Simone Lange. 41 Jahre alt, Ex-Polizistin, Oberbürgermeisterin in Flensburg. Und demnächst SPD-Chefin? Dass die bislang weitgehend unbekannte Sozialdemokratin von der Küste ihre Kandidatur für den Parteivorsitz erklärt, ist ihr gutes Recht. Und bestimmt auch gut gemeint. Lange will etwas tun gegen „das Gefühl der Ohnmacht vieler Mitglieder“.

Doch tatsächlich ist das Angebot aus dem Norden weniger eine Hilfe als vielmehr Ausdruck größter Hilflosigkeit. Die SPD weiß offenbar nicht mehr, was gut für sie ist – und wer gut für sie ist. Statt nun mit Andrea Nahles an der Spitze durchzustarten, stürzt sich die Partei mit Wonne in ausufernde Führungsdebatten, diskutiert Verfahrensfragen und prüft Basisvoten. Als ob es darauf jetzt ankäme.

Die SPD braucht mehr Mut zum Bauchgefühl: Schließlich war es Nahles, die vor gerade einmal dreieinhalb Wochen mit ihrer leidenschaftlichen Rede auf dem Bonner Parteitag Jubelstürme erntete. Die Genossen dagegen wecken mit ihrem Verhalten derzeit keine Begeisterung. Weder bei den Mitgliedern noch bei den Wählern. Die Ohnmacht der SPD wird so jedenfalls kein Ende nehmen.

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