Berlin Kommentar: Arbeitsplätze für Flüchtlinge

Hajo Zenker Foto: MOZ Gerd Markert
Hajo Zenker Foto: MOZ Gerd Markert © Foto: MOZ/Gerd Markert
Berlin / Hajo Zenker 27.12.2017

So unterschiedlich kann man dieselbe Zahl bewerten: Knapp 200 000 Flüchtlinge gehen einer ordentlichen Beschäftigung nach. Für den Chef der Bundesagentur für Arbeit ein Erfolg, für den Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindetages Indiz des Scheiterns bei der Integration in den Arbeitsmarkt. Schließlich erhielten 600 000 erwerbsfähige Flüchtlinge Hartz IV.

Einigkeit dagegen dürfte darüber herrschen, dass die Voraussetzungen dafür, Flüchtlinge in Lohn und Brot zu bringen und ihnen damit einen Platz in der Gesellschaft zu bieten, so gut sind wie selten zuvor. Schließlich ist die Nachfrage nach Arbeitskräften groß, etwa auf dem Bau, wo es Tätigkeiten gibt, die auch mit eher bescheidenen Qualifikationen und Sprachkenntnissen bewältigt werden können. Gleichzeitig ist klar: Mit Helferjobs allein lassen sich Hunderttausende nicht unterbringen. Und genau da hakt es. Kombi-Kurse, die Sprache und Qualifikation vermitteln, gibt es längst nicht überall. Um vorwärtszukommen, lohnt der Blick über den Tellerrand, etwa nach Dänemark. Mit dem jetzt erreichten Tempo jedenfalls darf man sich nicht zufrieden geben.