Wer ist denn nun die Baden-Württemberg-Partei? Die CDU hat das lange nicht nur behauptet, sondern selbstbewusst gelebt. Nun kommen die Grünen, ihr Anspruch ist jedoch eher erst selbstvergewissernd. Sie versuchen, den Blick von ihren Hochburgen in den Universitätsstädten auf das flache Land zu lenken, wo sie schon seit Jahrzehnten in den Gemeindeparlamenten und Kreistagen mitmischen.

Dort sind die Grünen lokal respektiert und werden auch fleißig wiedergewählt, aber sie können trotzdem das dichte Netzwerk der Union, geknüpft in mehr als einem halben Jahrhundert politischen Gleichklangs von der kleinsten Gemeinde bis hin in die Landeshauptstadt, nur schwer entflechten.

So zerstritten die CDU auch sein mag, so personell umstritten sie derzeit aufgestellt ist und selbst angesichts des Machtverlustes vor drei Jahren: Ihr Netz hält. Das haben die Grünen erkannt und wissen: Sie müssen thematisch liefern, während in manchen Landesteilen noch immer ein schwarz lackierter Besenstil genügt, um eine Wahl zu gewinnen. Das grüne Thementableau ist vielschichtig, aber es fehlt ein plakatives Killerthema, das die Wähler im ganzen Land berührt. Schlimmer noch: Der einst prestigeträchtige Sieg der Landeshauptstadt, der die Grünen zur stärksten Gemeinderatsfraktion machte, gelingt kein zweites Mal, denn ihm lag der Irrglauben zugrunde, die Ökos würden Stuttgart 21 stoppen.

Insofern hat die CDU recht: Den Grünen geht die Muffe, sie pfeifen ganz offensichtlich im Wald. Der allerdings, da sei die Union gewarnt, ist nach drei Jahren Grün-Rot längst nicht mehr so schwarz, wie ihn die CDU gern hätte.