MARTIN HOFMANN  Uhr

Keine Frage, Kinder haben das Recht, persönliche Beziehungen zu beiden Elternteilen zu pflegen, sofern es nicht ihrem Wohl widerspricht. So steht dies auch in der UN-Kinderrechtskonvention. In Deutschland stößt dieser Anspruch oft einseitig an Grenzen. Vor Gerichten müssen Väter eine Beziehung zu dem Kind nachweisen. Häufig haben es jedoch die Mütter in der Hand, Treffen mit den Kindern zu unterbinden.

Nun soll sich ändern, was seit mindestens 20 Jahren hätte geändert werden müssen. Damals verabschiedete der Bundestag die Konvention und versprach damit, sich an die Vorgaben zu halten. Dass die Vaterschaft vor einer Umgangsregelung zweifelsfrei feststehen sollte, versteht sich. Der Gesetzgeber regelt deshalb zu Recht, dass sich ein Elternteil solch einem Test nicht einfach entziehen kann.

Die Konflikte um eine sinnvolle und verantwortliche Teilhabe leiblicher wie rechtlicher Eltern am Aufwachsen ihrer Kinder, lösen Gesetze allerdings nicht. Wenn Mütter und Väter nach einer Trennung sich für den Rosenkrieg entscheiden, werden sie immer Wege finden, dem Partner das Recht auf den Umgang mit den Kindern zu erschweren. Gerichte können den oft mit allen Mitteln geführten Streit letztlich auch nicht schlichten, selbst wenn sie das Kindeswohl zum entscheidenden Maßstab erheben. Es liegt an den Beteiligten, die bestmögliche Entwicklung ihrer Kinder über alle persönlichen Verletzungen zu stellen - mögen sie noch so niederschmetternd sein. Dies bedarf einer gewissen Größe, eines Zurückstellens eigener Interessen. Je kleiner die Kinder sind, um so mehr werden sie diese Größe einmal zu schätzen wissen.