Jubel bei den Olympia-Planern in Hamburg, Enttäuschung in Berlin. National nur zweite Wahl, ist die schon einmal gescheiterte Hauptstadt nun auf lange Sicht aus dem Rennen. Nach dem klaren Votum von DOSB-Führung und Spitzensport-Verbänden gilt die offizielle Kür des Kandidaten für 2024 bei der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am Samstag als Formsache.

Die erste Hürde ist genommen, die größten Herausforderungen kommen noch: Sind die Hamburger tatsächlich so sehr für den olympischen Traum zu begeistern, dass beim geplanten Volksentscheid nicht noch alles platzt wie in München vor zwei Jahren?

Später zählt dann, mit dem Hamburg-Konzept der "Spiele der kurzen Wege" in der Hafencity auch beim Internationalen Olympischen Komitee zu punkten. Dabei ist es natürlich kein Nachteil, dass der IOC-Präsident aus Tauberbischofsheim kommt: Thomas Bach. Trotzdem sind Geduld, langer Atem und Stehvermögen gefragt in der Schlange mit deutlich prominenteren Konkurrenten wie Boston, Rom oder Paris.

Nicht nur deshalb ist schon jetzt ziemlich sicher: Im Jahr 2024 finden in Deutschland keine Sommerspiele statt. Auch die erwartete und dann absolut favorisierte Bewerbung des DFB um die Fußball-EM 2024 stünde dem im Wege. Aber Hamburg muss jetzt Sympathien und Erfahrung sammeln, um die Chance für 2028 zu nutzen. Das ist ein realistisches Ziel.