Genf/Kairo KOMMENTAR · IRAN: Deal mit Hindernissen

PETER DETHIER 25.11.2013

Es ist ein Sieg der Vernunft und eine klare Niederlage für die Hardliner, sowohl in Washington als auch Teheran. Iran verringert seine Bestände an angereichertem Uran, drosselt die Produktion und sagt mehr Transparenz bei der Inspektion seiner Nuklearanlagen zu. Im Gegenzug werden jene Wirtschaftssanktionen vorübergehend gelockert, die der iranischen Wirtschaft massiven Schaden zufügten. Damit ist zum einen der Weg frei für die Wiederaufnahme des Iran in die internationale Staatengemeinschaft. Auch könnten die Akteure auf dem besten Wege sein, eine nicht zu unterschätzende Gefahr für den Weltfrieden zu beheben.

Gewiss handelt es sich um einen Meilenstein, den Iran der moderateren Linie von Präsident Hassan Rohani und dessen Chefdiplomat Mohammed Sarif zu verdanken hat. Dennoch ist der Deal mit Vorsicht zu genießen. Zum einen ist der Kompromiss nur von vorübergehender Natur. Die Sanktionen greifen sofort wieder, falls Teheran sich nicht an die Spielregeln hält. Auch ist das Misstrauen in der Region, vor allem von Israel und Saudi Arabien, größer denn je. Schwierig wird auch die Rolle des amerikanischen Kongresses sein. Die Republikaner und auch einige Demokraten wollen von der Einigung nichts wissen. Sie bereiten schon eine Verschärfung der Wirtschaftssanktionen vor. So gesehen könnte der größte Widerstand gegen eine permanente Lösung nicht aus Teheran, sondern ausgerechnet aus Washington kommen.