Auch die Mitgliedsstaaten untereinander sind zerstritten über den richtigen Umgang mit dieser Provokation. Dem Kontinent stehen unruhige Zeiten bevor.

Man kann die Fassungslosigkeit des ukrainischen Übergangspremierministers Arseni Jazenjuk verstehen. Als er gestern in Brüssel eintraf, hielten russische Soldaten und prorussische Demonstranten Militärbasen der Halbinsel Krim lediglich besetzt. Nur wenige Stunden später, nach dem Beschluss des Krim-Parlaments, sich Russland anzuschließen, veränderten Kreml-treue TV-Sender bereits die eingeblendete Russlandkarte. Das Signal an die Welt war klar: Seht her, Moskau hat sich die Krim einverleibt. Dass Russland derart brachial Fakten schafft, ist erschreckend. In Brüssel hatte man noch zu Beginn der Woche gehofft, der Konflikt ließe sich mit Verhandlungen lösen.

Die EU tut dennoch gut daran, weiter auf Gespräche zu setzen. Nicht nur, weil beide Seiten im Wirtschafts- und Energiebereich aufeinander angewiesen sind, sondern auch, um einen zweiten kalten Krieg zu vermeiden. Dieser scheint heute wahrscheinlicher als jemals zuvor.

Krim-Parlament will so schnell wie möglich den Beitritt zu Russland

Sanktionen gegen Moskau