KOMMENTAR · AUSSENHANDEL: Durchaus mutig

. NIKO FRANK 09.02.2013

Respekt. Die deutschen Exporte legten 2012 das zweitbeste Jahr in der Geschichte der Republik hin. Ein Außenhandelsüberschuss von 188 Milliarden Euro war mitten in der Euro-Schuldenkrise nicht zu erwarten. Die deutschen Exporteure zählen dank des Technologie- und Qualitätsvorsprungs ihrer Produkte zu den Hauptgewinnern der Re-Industrialisierung in den USA. Nach der Sanierung der amerikanischen Autobranche gewinnt sie immer mehr an Breite.

Die aktuelle Außenhandelsbilanz hält aber auch einen Wermutstropfen bereit. Die Einfuhren legten - trotz einer hohen Energierechnung wegen des starken Ölpreisanstiegs im vergangenen Frühjahr - überraschend bescheiden zu. Dies ist ein klarer Hinweis darauf, dass die Unternehmen beim Zukauf von Vorprodukten Zurückhaltung übten. Das heißt, die aktuelle Konjunkturdelle in Deutschland ist nicht überwunden. Zumal zuletzt auch noch die Ausfuhren deutlich absackten.

Hinzu kommen der Höhenflug des Euro-Kurses gegenüber dem japanischen Yen und die stärkeren Notierungen gegenüber dem US-Dollar. Sie belasten zwar den deutschen Außenhandel kaum, wohl aber die Exporte der Euro-Krisenländer. Diese kommen nur mit Exporterfolgen aus der Rezession. Erst dann werden auch die Geschäfte unserer Firmen in Euroland wieder zulegen. Die demonstrative Zuversicht beim Außenhandelsverband ist daher vorerst durchaus mutig