Sozialbetrug Kindergeld-Abzocke: Künftig mehr Kontrollen

Berlin / Michael Gabel 11.08.2018

Die Familienkassen intensivieren ihre Suche nach Kindergeld-Betrügern. Mit gefälschten Geburtsurkunden oder Pässen würden die Behörden getäuscht, in vielen Fällen würde unberechtigterweise Kindergeld bezogen, hieß es. Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hält bei der Aufdeckung solcher Betrugsfälle  „ein Mindestmaß an Vernetzung der unterschiedlichen Behörden“ für zwingend erforderlich. „Da sind wir noch auf Steinzeitniveau“, sagte er der SÜDWEST PRESSE. Auch seien Plausibilitätsprüfungen bisher nicht die Regel.

Beginnen sollen die Kontrollen laut „Spiegel“ in Hamburg und Bremen. Ab 2019 sind für die 14 regionalen Familienkassen je zwei zusätzliche Beschäftigte vorgesehen, die ausschließlich nach Missbrauchsfällen fahnden. Zudem wollen die Behörden intensiver mit Zoll, Schulämtern, Einwohnermeldeämtern, Steuerbehörden sowie ausländischen Sozialämtern kooperieren.

Mit der Ausweitung der Kontrollen reagieren die Familienkassen auf den deutlichen Anstieg der Zahl der Ausländer aus dem europäischen Wirtschaftsraum, die in Deutschland Kindergeld beziehen. Kontrollen in Nordrhein-Westfalen ergaben Hinweise auf viele Betrugsfälle. SPD-Chefin Andrea Nahles sprach von „Kindergeld-Abzocke“ als „organisierter Kriminalität“. „Es gibt keine Veranlassung, dass wir das dulden“, betonte sie.

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