Wegen der Corona-Krise haben sich Union und SPD geeinigt, dass Familien einmalig 300 Euro pro Kind bekommen. Das Geld soll voraussichtlich zusammen mit dem Kindergeld in den nächsten Monaten ausbezahlt werden. Das Geld wird nicht auf die Grundsicherung angerechnet. Das heißt: Für Eltern mit hohem Einkommen wird der Bonus mit dem Steuervorteil verrechnet. Sie bekommen das Geld also erst einmal ausgezahlt, damit fällt aber beim Lohnsteuerausgleich der Steuervorteil entsprechend geringer aus. Geplant war zunächst die Ausgabe von Gutscheinen, die dem lokalen Handel zufließen sollten.

Kritik an Kinderbonus

Der Sozialverband VdK hat den von der großen Koalition beschlossenen Familienbonus von 300 Euro pro Kind kritisiert. „Der Kinderbonus wird verbrennen wie ein Strohfeuer“, sagte Präsidentin Verena Bentele der „Rheinischen Post“ (Donnerstag). Viel zielgenauer wäre es, nur arme und bedürftige Familien zu unterstützen. „Wenn der Kinderbonus im Sparschwein oder im Aktienfonds landet, verpufft der Konjunkturimpuls. Und wer echte finanzielle Sorgen hat, dem helfen 300 Euro gar nichts.“

Vorschlag: 600 Euro pro Kind

CDU und CSU hatten den Familienbonus vor den Verhandlungen eher skeptisch gesehen. Zudem war die Frage im Raum gestanden, wie hoch er am Ende tatsächlich ausfallen würde. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte sogar 600 Euro vorgeschlagen, sein niedersächsische Kollege Stephan Weil (SPD) plädierte ebenfalls für 600 Euro.

Bundesfamilienministerin verteidigt Kinderbonus

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat den von der Regierungskoalition geplanten einmaligen Kinderbonus in Höhe von 300 Euro verteidigt. „Der Kinderbonus soll die Konjunktur ankurbeln“, sagte Giffey der „Berliner Zeitung“ (Donnerstag). „Und ich glaube, dass die Mehrheit der Familien dieses zusätzliche Geld gut gebrauchen kann.“ Aber natürlich sei der Kinderbonus kein Ersatz für eine verlässliche Kinderbetreuung.

Kreis Göppingen

Kinderbonus kommt wahrscheinlich in drei Raten

Die im Konjunkturpaket geplante Extrazahlung für Familien mit Kindern soll „aller Wahrscheinlichkeit nach“ in drei Raten in Höhe von jeweils 100 Euro überwiesen werden. Das sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) am Donnerstag in Berlin. Nach ihren Angaben ist geplant, die Auszahlung über die monatliche Kindergeldzahlung abzuwickeln. „Dann würden auf dem Kontoauszug für die Kindergeldzahlung nicht die 204 Euro stehen, sondern über drei Monate 304 Euro.“ Wann genau der Kinderbonus ausgezahlt werden soll, bleibt zunächst unklar. Das werde aber in den nächsten Stunden oder Tagen geklärt, sagte Giffey.