Der Kandidat Ralph Brinkhaus hat eigentlich alles getan, um die Sache nicht zu gewinnen. Der CDU-Finanzexperte hat sich keine Truppen gesucht, nur verhalten Strippen gezogen, keine großen Reden gehalten und nicht auf die Unterstützung der mächtigen Chefin gebaut. Und trotzdem hat er gewonnen und den bisherigen Unions-Fraktionschef Volker Kauder nach dreizehn Jahren aus dem Amt gedrängt.

Klar, auch Kauder hatte seinen Anteil an der Niederlage. Sein Handeln als verlängerter Arm und Vollstrecker für Bundeskanzlerin und Parteivorsitzende  Angela Merkel ging den Abgeordneten schon länger gegen den Strich und ja, als Treiber der Erneuerung ist er auch nicht aufgefallen, auch wenn er die Fraktion gerne weiter geführt hätte.

Trotzdem – die Abgeordneten haben mit ihren Stimmen für Brinkhaus Merkel gemeint und Kauder getroffen. Die Kanzlerin hat nach dem Sommertheater-Streit mit der CSU und nach der desaströsen Handhabung der Causa Maaßen viel Kredit bei den Abgeordneten verspielt. Ein großer Teil ihrer Machtbasis ist nun weggebrochen. Das Ende ihrer Zeit als Vorsitzende und Kanzlerin rückt näher.