Kommentar Kampf gegen Judenhass

Autorenfoto Ulrike Sosalla
Autorenfoto Ulrike Sosalla © Foto: Volkmar Könneke
Berlin / Ulrike Sosalla 18.12.2017
Im Kampf gegen Judenhass fordert Innenminister Thomas de Maiziere einen Bundesbeauftragten.

Wenn es ein Problem gibt, ist die Politik stets schnell mit einem Posten zur Hand. Nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz wurde der SPD-Politiker Kurt Beck zum Opferbeauftragten berufen und ergänzte die Reihe der Sucht-, Anti-Diskriminierungs- und zahlreichen ähnlichen Ämter.

Gerade das Beispiel Beck zeigt, dass die richtige Person die Sache voranbringen kann. Ob ein Antisemitismus-Beauftragter, wie Innenminister de Maiziere ihn fordert, die richtige Reaktion auf die erschreckend zunehmende Judenfeindlichkeit ist, hängt wesentlich davon ab, ob die Regierung eine echte Persönlichkeit beruft. Ein Versorgungsposten für abgehalfterte Parteifreunde sollte das Amt nicht sein.

Bei diesem sensiblen Thema muss ein Bundesbeauftragter scheinbar gegensätzliche Züge in sich vereinen: Autorität haben, ohne großsprecherisch zu sein. Und wortstark in die öffentliche Debatte eingreifen, dabei aber sensibel formulieren. Wenn es gelingt, eine solche Persönlichkeit zu finden, wäre dies das richtige Signal, um zu zeigen, dass wir  Hass gegen Juden in unserem Land nicht dulden.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel