Korruption Joesley Batista: Der Fleischkönig als Königsmörder?

Joesley Batista will die Korruption bekämpfen.
Joesley Batista will die Korruption bekämpfen. © Foto: afp
Brasilia / Georg Ismar 23.05.2017

Bringt er Brasiliens Präsident Michel Temer zum Sturz? Angeblich hat es sich der Milliardär Joesley Batista, einer der reichsten Unternehmer des Landes, zum Ziel gesetzt, die Korruption in dem südamerikanischen Land zu besiegen. Dabei ist der 44-Jährige, der aus dem vom Viehzucht geprägten Bundesstaat ­Goiás stammt, selbst nicht gerade die vielzitierte Unschuld vom Lande. Im Gegenteil.

Wie aus dem Nichts waren Joesley und sein Bruder Wesley Batista 2007 mit dem Fleischkonzern JBS bekannt geworden. In Rekordtempo wuchs ihr Unternehmen zum größten Fleischproduzenten der Welt, der Umsatz stieg binnen zehn Jahren von vier auf 170 Milliarden Reais (46,5 Milliarden Euro) im Jahr. Wie die Brüder das erreichen konnten, kommt nun ans Licht.

Nach Angaben des Portals „O Globo“ soll Joesley Batista von der staatlichen Entwicklungsbank insgesamt insgesamt fünf Milliarden Reais an Krediten bekommen haben – und am Ende sogar die öffentlichen Kassen um über 300 Millionen Euro geprellt haben. Außerdem soll Batista zahlreiche Politiker gekauft haben. Rund 500 Millionen Reais (137 Millionen Euro) hat der JBS-Konzern der Politik zukommen lassen: Drei Präsidenten, 167 Abgeordnete und 1829 weitere Politiker sollen davon profitiert haben.

Der Oberste Gerichtshof in Brasilien ging den Korruptionsvorwürfen gegen JBS nach. Um die Einstellung des Verfahrens zu erreichen, zahlte Joesley Batista 65 Millionen Euro und überreichte den Richtern zudem eine Tonbandaufnahme, die Präsident Michel Temer schwer belasten und der Korruption bezichtigen.  In einem beigefügten Brief teilte Batista dem Gerichtshof mit, es gehe ihm darum, die staatliche Korruption zu besiegen. In Anbetracht dessen, was nun über Batista selbst ans Licht kommt, ein fragwürdiges Unterfangen.

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