Kommentar Stefan Kegel zur geplanten Cyberagentur Jagd auf gute Köpfe

NBR Berlin. Copyright: Thomas Koehler/ photothek.net Berliner Redaktion, Kommentarfotos
NBR Berlin. Copyright: Thomas Koehler/ photothek.net Berliner Redaktion, Kommentarfotos © Foto: Thomas Koehler/photothek.net Tho
Berlin / Stefan Kegel 30.08.2018

Als die staatliche US-Agentur Darpa das Internet ersann oder das GPS-System, konnte niemand ahnen, wie sehr diese eines Tages die Welt prägen würden. Heute wissen wir, wie intensiv die USA durch diese eigenen Entwicklungen Zugriff auf Daten haben, die sie für ihre eigene Sicherheit zu nutzen wissen. Und wie groß ihr technologischer Vorsprung ist.

Es ist inzwischen eine allgemein anerkannte Tatsache, dass Deutschland und Europa ihre Sicherheit mehr und mehr in die eigenen Hände nehmen wollen. Die täglichen Hackerangriffe auf Computernetze deutscher Firmen oder Verwaltungen sind Warnsignal genug. Für deren Abwehr kann man sich nicht auf Dauer auf die Expertise aus den USA verlassen.

Daher ist es folgerichtig, dass die Bundesregierung eine eigene deutsche Cyberabwehr-Agentur aufbaut, die für den Sicherheitsbereich komplett neue Erfindungen, „Sprunginnovationen“ genannt, begleiten und finanzieren soll. Als Vorbild, das geben die beteiligten Ministerien unumwunden zu, gilt die amerikanische Darpa. Allerdings liegen zwischen beiden Agenturen noch Welten. Als Budget stellen Bundesinnen- und -verteidigungsministerium zunächst 40 Millionen Euro pro Jahr bereit. Die Darpa verfügt über rund das 70-fache.

Die Bundeswehr hat zwar in der Cyber-Abwehr schon Erfahrung, auf die sie aufbauen kann. Das größte Problem wird allerdings die Jagd nach den richtigen, klugen Köpfen sein. Denn der Markt für IT-Experten ist leergefegt, gerade dort, wo keine exorbitanten Gehälter gezahlt werden können. Das sind keine besonders guten Startbedingungen für die neue staatliche Agentur. Aber auch die Darpa hat mal klein angefangen.

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