Irene und die teuren Trassen

SWP 10.07.2012

In Wildpoldsried wird mit dem Projekt Irene (Integration regenerativer Energien und Elektromobilität) der Aufbau eines intelligenten Stromnetzes, das für Stabilität im lokalen Netz sorgen soll, getestet. Neben Siemens und dem regionalen Stromversorger Allgäuer Überlandwerk (AÜW) sind die Hochschule Kempten und die RWTH Aachen beteiligt. Messstationen, regelbare Netzelemente, ein Energiespeicher und eine spezielle Software sollen Stromüberschuss und -mangel ausgleichen. In Wildpoldsried messen 170 Messpunkte, wer wo wann wie viel Strom einspeist und entnimmt. Mit den Daten wollen die Experten lernen, wie regionale Stromnetze ausgebaut werden müssen.

Der Ausbau solcher Netze sei viel günstiger als sich nur auf Stromautobahnen zu konzentrieren, sagt Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen, die regionale Stromnetze betreiben. Bis 2030 müssen sie sieben Milliarden Euro in "Smart Grids" investieren.

Für die 3800 Kilometer neue Stromautobahnen, um Windstrom von Nord nach Süd zu transportieren, rechnen die großen Übertragungsnetzbetreiber mit Kosten von rund 20 Milliarden Euro. pit/dpa