Bundeswehr Incirlik-Streit: Planungen für Alternativ-Standort in Jordanien

Die Bundesregierung hat droht, die deutschen Soldaten aus Incirlik abzuziehen.
Die Bundesregierung hat droht, die deutschen Soldaten aus Incirlik abzuziehen. © Foto: Falk Bärwald/Bundeswehr/dpa
dpa 18.05.2017

Im Streit um das Besuchsverbot für Abgeordnete auf dem türkischen Nato-Stützpunkt Incirlik will die Bundesregierung jetzt Konsequenzen ziehen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen soll an diesem Wochenende mit dem jordanischen König Abdullah II. darüber sprechen, ob die Bundeswehr ihren Beitrag zum Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) künftig von Jordanien aus leisten könnte. 

Bereits am Dienstag sei ein Erkundungstrupp in das arabische Land aufgebrochen, um die Möglichkeiten einer Verlegung auszuloten. Als zweiter möglicher Standort sei Zypern im Gespräch, sagte von der Leyen. „Ich möchte allerdings auch in diesem Zusammenhang sehr deutlich darauf hinweisen, dass Gespräche mit der türkischen Regierung noch geführt werden.“ Der Bundestag soll in der nächsten Sitzungswoche über die Ergebnisse der Gespräche informiert werden. Ankara hatte Mitgliedern des Verteidigungsausschusses des Bundestages diese Woche einen Besuch in Incirlik verweigert, weil türkischen Soldaten in Deutschland Asyl gewährt worden war.

Bei der Durchsuchung aller Kasernen der Bundeswehr sind an 41 Standorten Andenken an die Wehrmacht gefunden worden. Die Funde seien aber nicht vergleichbar mit den im französischen Illkirch aufgebauten Wehrmachtdevotionalien, sagte von der Leyen nach ihrem Bericht vor dem Verteidigungsausschuss des Bundestags.

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