IN DEN SCHLAGZEILEN: Der Logik gefolgt

Von Stuttgart nach Frankfurt: Der Schwabe Jörg Hofmann ist neuer IG-Metall-Vize. Foto: dpa
Von Stuttgart nach Frankfurt: Der Schwabe Jörg Hofmann ist neuer IG-Metall-Vize. Foto: dpa
TWO 30.11.2013

Markige Sprüche und kämpferische Auftritte sind seine Stärke nicht. Auf der großen Bühne zwischen fahnenschwenkenden Streikenden wirkt Jörg Hofmann mitunter eher verloren. Vielleicht hat der 57-jährige Schwabe auch deshalb bei der Wahl zum IG-Metall-Vize mit 77,7 Prozent ein mageres Ergebnis eingefahren. Als Gegenpart zum neuen Gewerkschaftschef Detlef Wetzel - der ebenfalls schlecht abschnitt - taugt der bisherige baden-württembergische Bezirksleiter jedenfalls kaum. Beide sind Pragmatiker, beide eignen sich nicht als Einpeitscher.

Auch wenn Hofmann nie große Ambitionen auf einen Wechsel in die Frankfurter Zentrale erkennen ließ: Sein unter Berthold Huber vorbereiteter Karrieresprung ist logische Konsequenz aus seinem Wirken im Südwesten. Denn als gewiefter und blitzgescheiter Taktiker steht der Name Hofmann für mehrere Pilotabschlüsse, darunter das "Pforzheimer Abkommen" von 2004, das Abweichungen von Tarifverträgen ermöglicht und damit für einen Kulturwechsel steht.

Folgt die IG Metall weiter der Logik, spricht vieles dafür, dass Hofmann in wenigen Jahren ganz an die Spitze rückt. Wer in seinem schwäbischen Dialekt ein Hindernis sieht, sei vorgewarnt: Französisch beherrscht er perfekt.