Zur Person Ilse Aigner, die neue Mutter des Landtags

 16.10.2018, Bayern, München: Ilse Aigner (CSU), Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr, spricht auf dem Weg zur Sitzung der CSU-Landtagsfraktion mit Journalisten. Foto: Peter Kneffel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
16.10.2018, Bayern, München: Ilse Aigner (CSU), Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr, spricht auf dem Weg zur Sitzung der CSU-Landtagsfraktion mit Journalisten. Foto: Peter Kneffel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ © Foto: Peter Kneffel
München / Patrick Guyton 06.11.2018

Ilse Aigner ist die neue Präsidentin des bayerischen Landtags. Es ist ein respektables, repräsentatives Amt, das sie bekleidet. Doch die gelernte Fernsehtechnikerin aus dem oberbayerischen Feldkirchen, heute 53 Jahre alt, ledig und kinderlos, hat doch nicht das erreicht, wofür sie von manchen in der CSU vorgesehen war. In Berlin war sie Landwirtschaftsministerin, 2013 folgte der Wechsel nach München, wo sie Wirtschaftsministerin wurde. Horst Seehofer brauchte sie als Zugpferd für die Landtagswahl – und als Gegengewicht zum damals schon nach höchsten Ämtern schnappenden Markus Söder.

„Andere machen eher Schlagzeilen“, sagt sie und blieb irgendwie immer einen halben Schritt hinter der ersten Reihe, als Möglichkeitskandidatin. Manche hielten sie für eine künftige Ministerpräsidentin, andere für eine CSU-Vorsitzende. Doch Aigner, so meint ein Beobachter, „hat nie mal richtig zugeschlagen, wenn es darauf ankam“. Sie, die von ihrer Umgebung meist als „nett“ oder „sympathisch“ beschrieben wird, scheint einfach nicht der Typ dafür zu sein.

Seehofer ist ihr als Ministerpräsident immer wieder in die Parade gefahren, hat etwa ihre Pläne für die Energiewende einkassiert und das Thema zur Chefsache gemacht. So hat er sich auch gegenüber Söder verhalten, doch diesen beeindruckte das nicht sonderlich – im Gegensatz zu Aigner. Sie befürwortet „Teamwork“ und stellt sich gegen Einzelkämpfertum. In einem Interview sagte sie kürzlich, der Kampf um das Ministerpräsidentenamt sei ihr irgendwann „zu blöd“ gewesen.

Auf Plakaten für den Landtagswahlkampf posierte sie mit Söder Rücken an Rücken, beide breit lächelnd – und als „starkes Team“ bezeichnet. Ilse Aigner hat nun nicht das höchste Amt in Bayern erreicht, aber als Landtagspräsidentin sicherlich eines, das ihr sehr gut liegt.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel