Tagelang stand sie im Rampenlicht, im Internet wurde sie zur Hassfigur. Sie nimmt es gelassen. Dass die Schmähungen an ihr abperlten, hat mehrere Gründe. Die sozialen Netzwerke meidet sie, was über sie im Internet verbreitet wurde, hat sie nicht gelesen. Geschockt war sie jedoch von ihrem Foto in der "Bild", das sie mit tiefschwarzen Augenringen zeigt. "Das wurde retuschiert."

Doch es ist vorbei. Was Brissaud ebenfalls stärkte, war der große Zuspruch - nicht nur aus ihrem persönlichen Umfeld sondern auch von Fremden. Die zweifache Mutter wurde wegen der von ihr angestoßenen Diskussion über "angemessene Kleidung" in der Schule auch gelobt. Auch in Altheim. Hier kennt man sie: Brissaud ging in die Schule, in der sie seit Februar Rektorin ist, sitzt im Ortschaftsrat, spielt in der Theatergruppe. Den Medienrummel hat sie fast unbeschädigt überstanden. Aber nur fast: "Seither überlege ich mir gut, was ich sage. Obwohl ich mir eigentlich keinen Maulkorb anlegen will."