Hohe Strafen für einen geplanten Mord

Wird immer wieder bedroht: Der Karikaturist Kurt Westergaard.
Wird immer wieder bedroht: Der Karikaturist Kurt Westergaard.
DPA/AFP 31.01.2012
In Norwegen kommen erstmals zwei Männer hinter Gitter, weil sie sich in terroristischer Absicht zusammengetan haben. Sie planten die Ermordung des dänischen Mohammed-Karikaturisten Kurt Westergaard.

Hohe Strafen für Mordpläne gegen den Mohammed-Karikaturisten Kurt Westergaard und erstmals ein Urteil nach einem neuen norwegischen Anti-Terror-Gesetz: In Oslo hat ein Gericht zwei Männer zu sieben sowie zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, weil sie den dänischen Zeichner wegen seiner Mohammed-Zeichnung in der Zeitung "Jyllands-Posten" mit einer Bombe töten wollten. Die Staatsanwaltschaft hatte elf beziehungsweise fünf Jahre Haft gefordert.

Gegen einen dritten Angeklagten verhängte das Gericht gestern vier Monate Haft. Der Mann hatte Chemikalien eingekauft, die zum Bombenbau verwandt werden können, war aber auch Informant für den Geheimdienst PST. "Jyllands-Posten" hatte 2005 unter zwölf Mohammed- Karikaturen auch eine Zeichnung Westergaards veröffentlicht, die den islamischen Propheten als Terroristen mit Bombe im Turban zeigt.

Seitdem sind von Behörden in mehreren Ländern Mordpläne gegen den heute 76-jährigen Westergaard aufgedeckt worden. Am Neujahrstag 2010 überlebte der Däne in seinem Haus in Aarhus nur knapp den Anschlag eines Einzeltäters.

Das Gericht wandte erstmals in Norwegen einen Paragrafen an, der einen Zusammenschluss in terroristischer Absicht unter Strafe stellt. Der Hauptangeklagte war als Angehöriger der uigurischen Minderheit aus China nach Norwegen gekommen. Für dreieinhalb Jahre muss ein Mann aus dem kurdischen Teil des Irak hinter Gitter. Der zur kürzesten Haft verurteilte Mann aus Usbekistan wurde vom Vorwurf terroristischer Aktivitäten freigesprochen. Er muss sich aber wegen Beihilfe verantworten.

Die drei Beschuldigten machten vor Gericht widersprüchliche Angaben über ihre Absichten. Während der Uigure behauptete, die Gruppe habe ausschließlich einen Anschlag auf Chinas Botschaft in Oslo im Auge gehabt, machte der Usbeke gegenüber dem Geheimdienst Angaben über Terrorpläne der anderen beiden gegen Westergaard.