Stuttgart Hitze: Schwarze Säcke anstatt Hotpants

Po-frei ist nicht überall angesagt. Foto: © elavuk81 / Fotolia.com
Po-frei ist nicht überall angesagt. Foto: © elavuk81 / Fotolia.com
Stuttgart / JULIANE BAUMGARTEN 22.06.2013
Wie tief dürfen Schüler trotz Hitze blicken lassen? Daran scheiden sich die Geister. Ein Stuttgarter Gymnasium hatte eine besondere Idee.

Diese Woche waren alle zum kollektiven Schwitzen verdammt. Auch die Schüler, die trotz weit über 30 Grad die Schulbank drücken mussten. Am liebsten hätte man doch alle Hüllen fallen lassen - ist das aber angebracht, gerade in der Schule?

Nein, sagt dazu Berthold Lannert, der Rektor des Stuttgarter Heidehof-Gymnasiums. Die Wahrung bestimmter Grenzen sollte eingehalten werden. Und Pofrei sei eben nicht angemessen.

Das sehen viele seiner Schüler, meist junge Mädchen allerdings nicht immer so eng. Daher hat sich das evangelische Gymnasium eine besondere "Sanktion" einfallen lassen. Wer in der Schule zu unbekleidet erscheint, muss ein schwarzes XXL-Shirt überziehen - das führt ein Filmbeitrag des SWR-Fernsehens eindrucksvoll vor.

Das sei allerdings das letzte Mittel und eher ein Demonstrationsobjekt, betont Lannert. Primär gehe es ihm und den Lehrern darum, mit den Schülern über angemessene Kleidung ins Gespräch zu kommen. "Es gibt bei uns auch keine Zentimeterangaben und keine allgemeinen Regeln, was Kleider betrifft", sagt der Schulleiter. Eindeutig zu kurz sei für ihn aber eine Hose, bei der man nicht nur das Bein, sondern auch den Po sieht. "Der Unterschied zwischen Freibad und Schule sollte doch bestehen bleiben", sagt Lannert und lacht.

Zu viel nackige Haut irritiere zum einen, so der Rektor. Zudem aber lenke sie den Fokus auch auf etwas, worum es in der Schule nicht gehen sollte: um das Äußere. Vielmehr solle das Können und die Entwicklung des Einzelnen im Vordergrund stehen.

Das einzige Mal, dass die schwarzen XXL-Säcke zum Einsatz kamen ist schon sechs Jahre her. Damals mussten drei Jungs sie überstülpen: Ihnen hingen die Hosen in den Kniekehlen. Die Hitze konnte da nicht als Ausrede herhalten.