Hintergrund Hintergrund: Grundlagen für Zeitverträge

In der Forschung sind Befristungen häufig.
In der Forschung sind Befristungen häufig. © Foto: dpa
Berlin / Tanja Wolter 01.12.2017

Ein befristetes Arbeitsverhältnis bedeutet, dass die Tätigkeit zu einem bestimmten Datum ohne vorherige Kündigung endet. Das „Teilzeit- und Befristungsgesetz“ (TzBfG) unterscheidet zwischen zwei Möglichkeiten:

Befristungen ohne sachlichen Grund: Sie sind nur bei Neueinstellungen möglich und dürfen maximal zwei Jahre dauern. Innerhalb dieses Zeitraums sind höchstens drei Vertragsverlängerungen erlaubt. Ausnahme: Bei einer Unternehmensneugründung kann das Beschäftigungsverhältnis bis zu vier Jahre grundlos befristet werden.

Befristungen mit sachlichem Grund: Hier gibt es keine zeitliche Höchstgrenze. Ein sachlicher Grund kann zum Beispiel eine Elternzeitvertretung sein. Aber auch im Anschluss an Ausbildung oder Studium sind solche Befristungen möglich, um den Übergang in eine Anschlussbeschäftigung zu erleichtern. Hat der Betrieb nur einen vorübergehenden Bedarf an der Arbeitsleistung, ist die Befristung ebenfalls zulässig. Dies gilt auch, wenn die Tätigkeit aus Mitteln finanziert wird, die haushaltsrechtlich nur für eine begrenzte Zeit bewilligt sind.

Abgesehen vom TzBfG gibt es für einzelne Berufsgruppen eigene Arbeitsgesetze oder Tarifverträge, die abweichende Regelungen zur Befristung enthalten:

Mediziner: Das „Gesetz über befristete Arbeitsverträge mit Ärzten in der Weiterbildung“ ermöglicht Befristungen bis zu einer Höchstdauer von acht Jahren. Die Beschäftigung muss dabei der Weiterbildung zum Facharzt oder der Schwerpunktbildung dienen und zeitlich und inhaltlich entsprechend strukturiert sein.

Forschung: In Hochschulen und anderen staatlichen Forschungseinrichtungen kommt das „Gesetz über befristete Arbeitsverträge in der Wissenschaft“ zum Einsatz. Zeitverträge sind demnach bis zu einer Gesamtdauer von sechs Jahren möglich, wenn die Beschäftigung „zur Förderung der eigenen wissenschaftlichen oder künstlerischen Qualifizierung“ erfolgt. In der medizinischen Forschung sind sogar neun Jahre erlaubt. Betroffen sind sowohl wissenschaftliche Mitarbeiter, die promovieren, als auch Postdoktoranden oder Juniorprofessoren. Werden Forschungsprojekte vor allem aus Drittmitteln finanziert, sind die Verträge ebenso befristet.

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