Hintergrund Hintergrund: Die Revolutionsgarden

Das Raketenprogramm wird von den Revolutionsgarden kontrolliert.
Das Raketenprogramm wird von den Revolutionsgarden kontrolliert. © Foto: dpa
dpa 03.01.2018
Die Revolutionsgarden sind eine paramilitärische Truppe, die über modernste Waffensysteme verfügt. Sie dienen auch zur Einschüchterung interner Gegner.

Die iranische Verfassung sieht zum Schutz der Islamischen Revolution gegen Feinde von außen und innen schlagkräftige paramilitärische Einheiten vor. Die Revolutionsgarden („Sepah’e Pasdaran“, informell „Sepah“, abgekürzt IRGC) bilden neben der regulären Armee („Artesh“) die zweite Säule der iranischen Streitkräfte. Oberbefehlshaber der Revolutionsgarden ist der oberste Führer Ajatollah Ali Chamenei, nach der Verfassung das iranische Staatsoberhaupt.

Über die Truppenstärke der Revolutionsgarden gibt es unterschiedliche Angaben: Die Rede ist von 125 000 bis 300 000 Mann. Aber diese Zahl kann sich verdreifachen, wenn die „Basidsch“ – eine Gruppe freiwilliger Milizen, die der „Sepah“ untergeordnet ist – dazugezählt werden. Ein gemeinsamer Generalstab koordiniert die Einsätze der Revolutionsgardisten und der schätzungsweise 520 000 Mann des offiziellen Militärs. Die sonst von der Militärführung unabhängigen Paramilitärs unterhalten eigene Heeres- und Marineeinheiten, haben moderne Waffensysteme und sollen außerdem für das gesamte iranische Raketenarsenal verantwortlich sein.

Kampf gegen Kritiker

Gegründet wurden die Revolutionsgarden im Zuge der Islamischen Revolution 1979, als sich einzelne Kampfverbände zu einer unabhängigen Streitmacht für das Khomeini-Regime formierten. In den 1980er Jahren kämpften die „Revolutionswächter“ auch im Krieg gegen den Irak und im Libanon. Die Garden wurden für den Grenzschutz, als Antidrogeneinheit und für Geheimdienstzwecke eingesetzt – also primär im Kampf gegen Gegner im Inneren. Sie waren jedoch auch gegen die sunnitische Terrormiliz IS im Nordirak und in Syrien aktiv.

Die Führung in Teheran behauptet zudem, bis zu eine Million Kämpfer einer den „Pasdaran“ unterstellten Volksmiliz mobilisieren zu können. Die „Basidsch“ (Freiwillige) genannten Hilfs­truppen stehen nicht nur im Kriegsfall zur Verfügung, sondern auch, falls das Mullah-Regime durch Gegner im Inneren in Bedrängnis geraten sollte. In Betrieben, Schulen und bei Straßenkontrollen prüfen sie zusammen mit der Sittenpolizei, ob die strengen Regeln der Islamischen Republik befolgt werden.

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