Kommentar Dieter Keller zur Fachkräfte-Einwanderung Herzlich willkommen

Dieter Keller Foto: Südwest Presse
Dieter Keller Foto: Südwest Presse © Foto: Südwest Presse
Berlin / Dieter Keller 04.10.2018

Deutschland ist ein Einwanderungsland. Nicht für alle Ausländer, die sich ein besseres Leben oder die Wohltaten des Sozialstaats erhoffen, sondern nur für qualifizierte Fachkräfte mit guten Deutschkenntnissen. Diese Erkenntnis hat sich endlich bei allen Regierungsparteien durchgesetzt, und auch die Bürger sollten erkennen, dass sich nur so unser Wohlstand halten lässt. Ohne Fachkräfte aus dem Ausland sehen viele deutschen Unternehmen ziemlich bald im wahrsten Sinne des Wortes alt aus.

Hauptstreitpunkt war zuletzt der „Spurwechsel“: Ist der Wechsel aus dem Asylverfahren in die geordnete Zuwanderung möglich? Da überrascht wieder einmal Horst Seehofer, dem nicht gerade den Ruf eines Pragmatikers vorauseilt. Jetzt will der CSU-­Vorsitzende und Bundesinnenminister plötzlich nicht mehr über Begriffe streiten, sondern eine „lebensnahe Lösung“ umsetzen. Bravo. Da dürfte der Druck von Unternehmen und Bürgern nachgeholfen haben, die in vielen Einzelfällen nicht nachvollziehen können, wieso gut integrierte Ausländer mit Arbeitsplatz gehen müssen.

Lob haben Seehofer und die Regierung allerdings erst verdient, wenn sie die Grundsatzeinigung in ein praktikables Gesetz umgesetzt haben. Deutsche Beamte können die besten Ideen mit jeder Menge Bürokratie zunichte machen. Zudem sollte keiner meinen, dass uns die Fachkräfte morgen die Grenzen einrennen. Denn um sie bemühen sich viele Länder, die mit der demografischen Entwicklung zu kämpfen haben. Deutschland muss um sie werben – mit attraktiven Arbeitsplätzen, aber auch mit guten Lebensbedingungen. Nur wenn sich herumspricht, dass sie hier willkommen sind, entscheiden sie sich für uns.

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