Mainz/Stuttgart Handel mit Pflegepatienten aufgedeckt

Mainz/Stuttgart / WEB 22.08.2012

In der Pflegebranche bahnt sich ein Skandal an. Das ARD-Politikmagazin "Report Mainz" berichtete in seiner gestrigen Sendung über einen Handel mit Intensivpflegepatienten. Danach verkauften schwarze Schafe unter den Pflegedienstunternehmen in Deutschland untereinander Patienten, die in häuslicher Pflege rund um die Uhr betreut werden. Den Informationen zufolge, die auch der SÜDWEST PRESSE vorliegen, geht es um Summen zwischen 40 000 und 60 000 Euro pro Patient.

Das Magazin zeichnete mit versteckter Kamera ein solches Verkaufsgespräch in Stuttgart auf. Der Stuttgarter Unternehmensberater Meiko Spitzenberger, der früher Geschäftsführer eines privaten Pflegedienstes war, gab sich als Kaufinteressent aus. Der Pflegedienst aus dem Stuttgarter Raum bot Spitzenberger fünf Patienten zum Preis von 250 000 Euro an. Es handelte sich dabei um Menschen, die dauernd beatmet werden müssen.

Der Verkäufer versicherte den Recherchen zufolge dem Käufer, er könne mit den Patienten in den nächsten Jahren viel Geld verdienen. Die Lebenserwartung einer Frau beispielsweise liege zwischen 10 und 20 Jahren. Da die Kassen stattliche Verrechnungssätze zahlten, gebe es die Aussicht auf einen Profit von 4000 Euro pro Monat für diese Patientin. "Wehrlose Patienten werden dabei zur Ware degradiert", sagt Spitzenberger.

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