Arbeitsmarkt Hälfte aller neuen Jobs von Ausländern besetzt

Berlin / Dieter Keller 08.10.2018

Ob auf dem Bau oder bei Dienstleistern – ohne Arbeitskräfte aus Polen und Rumänien könnten viele Stellen in Deutschland nicht mehr besetzt werden. Mehr als jeden zweiten neu geschaffenen Arbeitsplatz haben im vergangenen Jahr Ausländer übernommen, überwiegend aus osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten. „Ohne die Freizügigkeit, die Arbeitnehmer in Europa genießen, wären wir bei bestimmten Berufen noch viel stärker in der Klemme“, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Nach Angaben der Agentur für Arbeit gab es im Juli in Deutschland rund 700 000 Beschäftigte mehr als ein Jahr zuvor. Davon waren 370 000 Ausländer. Nach dem Beitritt zur EU und einer Übergangszeit genießen Arbeitnehmer aus osteuropäischen Staaten die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit. Von den 3,9 Millionen Ausländern, die im Juli in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren, kam rund ein Drittel aus Osteuropa. An erster Stelle standen 422 000 Polen, gefolgt von 349 000 Rumänen. Allerdings komme der Zustrom aus Polen und Rumänien langsam zum Erliegen, sagte der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Peter Weiß, der SÜDWEST PRESSE. „Wir brauchen Fachkräfte aus Drittstaaten“, begründete er die Notwendigkeit einer geregelten Zuwanderung, die jetzt die Große Koalition per Gesetz ermöglichen will.

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