IT-Angriff Hacker legen Krankenhäuser lahm

Berlin / Dorothee Torebko 10.09.2018

Cyberattacken werden für Krankenhäuser immer gefährlicher: Ende vergangener Woche hatten Hacker drei Krankenhäuser in und um Bremerhaven angegriffen. Unter anderen musste die Notaufnahme geschlossen werden. Auch in Baden-Württemberg sind Cyberangriffe ein Problem. Die Landesregierung baut auf eine Beratungsstelle, die kleine und mittelständische Unternehmen informiert.

Besonders in Kliniken können Hackerangriffe gefährlich werden. Kriminelle schleusen Schadprogramme in die Netzwerke der Kliniken ein, legen Computer lahm und wollen Lösegeld für die Wiederherstellung von Daten erpressen. Die Folgen: Ärzte können Patientenakten nicht lesen, müssen Operationen verschieben. IT-Experten fordern Krankenhäuser auf, sich mehr mit dem Thema Sicherheit auseinanderzusetzen.

„Der Gesundheitssektor ist weniger gut gewappnet für Attacken als der Finanzbereich. Die digitale Infrastruktur ist zumindest in Teilen nicht up to date, es gibt großen Nachholbedarf“, erläutert Nabil Alsabah, Sicherheitsexperte vom Digitalverband Bitkom. Wie viele Krankenhäuser deutschlandweit betroffen sind, ist nicht bekannt, weil eine Meldepflicht nur für größere Häuser gilt. Die Unternehmensberatung Roland Berger nannte 2017 dramatische Zahlen: Von 500 befragten Krankenhäusern berichteten 64 Prozent von Hackerangriffe auf sie.

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