Kommentar Hajo Zenker zu steigenden ­Beitragssätzen Gute Pflege kostet

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Hajo Zenker Autorenfoto © Foto: MOZ Gerd Markert
Berlin / Hajo Zenker 14.06.2018

Die Pflege ist sicher finanziert bis 2022, Beitragserhöhungen sind deshalb bis dahin ausgeschlossen. Das hatte Ex-Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe 2017 versprochen – nachdem die Beitragssätze um 0,2 Prozentpunkte gestiegen waren. Um eine Reform zu finanzieren, die drei Pflegestufen in fünf Pflegegrade verwandelte, was vielen Betroffenen geholfen hat.

Nun kündigt Gröhes Nachfolger Jens Spahn erneut eine stabile Finanzierung bis 2022 an – aber erst nach einer Beitragserhöhung um 0,3 Punkte ab 2019. Darin ist zwar das Sofortprogramm Pflege eingepreist, nicht aber andere Punkte aus dem Koalitionsvertrag: Zu ihnen gehören etwa die  flächendeckende Bezahlung nach Tarif und höhere Sachleistungen in der stationären Pflege.

Klar ist: Wer eine menschliche und hochprofessionelle Pflege will, die den Pflegebedürftigen genauso gerecht wird wie den Pflegekräften, muss diese teuer bezahlen. Verbesserungen und Alterung der Gesellschaft summieren sich. Die für die kommenden Jahre absehbaren Beitragssatzanhebungen werden da weit höher ausfallen als bisher in der Pflege gewohnt. So ehrlich sollte die Politik sein.

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