Kommentar Dieter Keller zu den Fallstricken der Grundrente Grundrente: Zu viel versprochen

Dieter Keller, Autorenfoto
Dieter Keller, Autorenfoto © Foto: Südwest Presse
Berlin / Dieter Keller 05.07.2018

Armut im Alter nach einem langen Arbeitsleben gehört zu den größten Ängsten der Deutschen. Doch die Gefahr ist nicht so groß, wie viele meinen. Und, so warnt die Deutsche Rentenversicherung, die nicht im Ruf steht, einseitige politische Interessen zu vertreten: Die Grundrente taugt nicht als Gegenmittel, wie sich das die Sozialpolitiker der großen Koalition erhoffen.

Schon der Name Grundsicherung weckt Erwartungen, die nur enttäuscht werden können. Denn sie soll nicht etwa jedem Bürger im Alter zustehen, sondern nur jenen, die mindestens 35 Jahre lang Rentenbeiträge bezahlt haben. Wer sich etwas näher mit dem Thema beschäftigt, sieht schnell, dass die meisten derjenigen, die heute auf Grundsicherung angewiesen sind, wie Hartz IV für Senioren heißt, diese Hürde nicht schaffen. Viele waren nur kurz oder gar nicht rentenversichert, etwa kleine Selbstständige.

Es drohen komplizierte Regeln, die den Weg zum Sozialamt nicht vermeiden, den viele als entwürdigend ansehen. Am Schluss nimmt nur die Frustration der Bürger zu. Deswegen sollte die Koalition nicht so viel versprechen, sondern realistischere Ideen entwickeln.

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