Baden-Württembergs grün-schwarze Koalition ist sich bei den Klimazielen uneins. Bereits Ende 2018 hat Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) der CDU intern Eckpunkte für ein neues Klimaschutzgesetz vorgelegt. Kernpunkt der Pläne ist eine Minderung der Treibhausgasemissionen bis 2030 im Land um 42 Prozent gegenüber 1990. Die Pläne enthalten erstmals auch Sektorenziele. So sollen die Privathaushalte ihre Treibhausgasemissionen um „57 plus x Prozent“ mindern, der Handel um 44 plus x, der Verkehr um 31 plus x. Um die Ziele zu erreichen, müsste etwa der Autoverkehr in den Städten bis 2030 um ein Drittel reduziert werden. Ein Drittel der verbliebenen Autos soll dann klimaneutral angetrieben werden.

Doch die Grünen fühlen sich bei ihren Plänen von der CDU ausgebremst. Dabei hatte der Umweltexperte der CDU-Fraktion, Paul Nemeth, Unterstellers 42-Prozent-Ziel zu Jahresbeginn als „nicht ambitioniert genug“ kritisiert. „Mit dem Ziel ‚42 plus’ für Baden-Württemberg haben wir eine Anregung aus der CDU aufgenommen“, spielt Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz den Ball zurück. Er erwarte, „dass die CDU sich nun mit uns auf den Weg macht“. Das CDU-geführte Wirtschaftsministerium hat indes bei den Sektorenzielen Bedenken, solange der Bund seine noch nicht definiert hat. Ein Besuch von Untersteller in der CDU-Fraktion am 19. Februar soll nun zumindest für besseres Klima in der Koalition sorgen.