Europaweit gibt es immer mehr Zeitarbeiter. Allein zwischen 2007 und 2011 stieg ihre Zahl von drei auf vier Millionen. Was für Arbeitsrechte sie in den EU-Ländern genießen, ist sehr unterschiedlich.

In Frankreich, wo es 2011 fast 580.000 Leihkräfte gab, ist der Zeitarbeitsmarkt relativ stark geregelt. Seit 1972 ist diese Erwerbsform erlaubt und ähnlich strukturiert wie in Deutschland: Arbeitgeber ist die Zeitarbeitsfirma, gearbeitet wird im Entleihbetrieb. Die Verträge sind befristet auf die Dauer des betrieblichen Einsatzes. Das Prinzip "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" ist gesetzlich vorgeschrieben und hat sich laut eines Berichts der Hans-Böckler-Stiftung auch durchgesetzt. Allerdings erhalten die Leihkräfte oft nur wie Anfänger das Einstiegsgehalt. Zusätzlich haben die Zeitarbeiter Anspruch auf eine "Prekaritätsprämie" in Höhe von zehn Prozent der Bruttolohnsumme.

In Großbritannien gab es 2011 eine Million Leiharbeiter. Die Branche war auf der Insel lange kaum reguliert. Erst 2011 traten die "Agency Workers Regulations" in Kraft. Seither sollen Leiharbeiter nach einer zwölfwöchigen Qualifikationsphase etwa hinsichtlich Bezahlung oder Arbeitszeiten gleich behandelt werden wie Festangestellte.

In Schweden regeln vor allem die Tarifparteien die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Branche. So sind Leiharbeitsverträge nur als Vollzeitstellen und unbefristet abzuschließen - wobei es aber in der Praxis viele befristete Verträge gibt. In manchen Einsatzbereichen werden Zeitarbeiter gleich bezahlt wie das Stammpersonal, in anderen wird individuell verhandelt. 2011 gab es 65.000 Leihkräfte in Schweden.