Tokio Greenpeace warnt vor Rückkehr nach Fukushima

Tokio / DPA 22.07.2015

So sei der 30 Kilometer von Fukushima entfernte Bezirk Litate noch immer stark radioaktiv verstrahlt, erklärte Greenpeace auf Basis eigener Messungen. Eine Rückkehr der Menschen in ihre Häuser sei "nicht zu verantworten". Die Regierung in Tokio will die Evakuierungsbefehle für viele von der Katastrophe betroffene Gebiete bis März 2017 aufheben. Da damit die Kompensationszahlungen wegfielen, wären viele Opfer gezwungen, zurückzukehren.

Japans Regierung hat in den vergangenen Jahren in einer beispiellosen Säuberungsaktion versucht, die Region Fukushima zu dekontaminieren. Dieser Versuch sei "gescheitert", so Greenpeace. Man habe auf dekontaminierten Feldern in der Region Litate Werte gemessen, die einer jährlichen Dosis von mehr als 10 Millisievert entsprächen. "Das ist das Zehnfache des international zulässigen Grenzwerts", erklärte Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital. Bei jedem Regen würden große Mengen Radioaktivität aus Wäldern und von Hügeln auf Felder und Wiesen der Region gespült. "Die Messungen belegen, dass die japanische Regierung außerstande ist, wieder sichere Lebensbedingungen in den verseuchten Gebieten herzustellen", hieß es.