Berlin / Roland Muschel Was sich an der Spitze der GdP abspielt, wäre für jeden Arbeitnehmer ein Armutszeugnis. Für eine Gewerkschaft sind die Vorgänge schlicht beschämend.

Was würde eine Gewerkschaft sagen, wenn der Betriebsrat eines Unternehmens dem Firmenboss Mobbing von Mitarbeiter­innen vorwerfen würde? Was würden DGB, GdP und Co. tun, wenn eben jener Boss daraufhin versuchen würde, den Überbringern der unbequemen Botschaft zu kündigen? Wie würden sie agieren, wenn dieser Chef ferner die Betriebsratschefin aus nichtigem Anlass suspendierte? Wenn einer Organisation Privilegien wie Bahntickets erster Klasse wichtiger scheinen als Bossing-Vorwürfen nachzugehen?

Die Vorgänge innerhalb der Gewerkschaft der Polizei werden immer kurioser. Die Spitze muss dem nachgehen, findet unser Korrespondent Roland Muschel.

Was sich die Spitze der größten Interessenvertretung der Polizei leistet, wäre für jeden Arbeitgeber ein Armutszeugnis. Für eine Gewerkschaft sind die Vorgänge schlicht beschämend. Wie will sich die GdP weiter glaubwürdig gegen Mobbing positionieren, wie überzeugend in Personalräten von Polizeibehörden für bessere Arbeitsbedingungen eintreten, wenn sie im eigenen Haus ein so schlechtes Beispiel gibt? Wenn der Bundesvorstand nicht bald die Notbremse zieht oder die Dachorganisation DGB den GdP-Chef zur Ordnung ruft, manövriert sich diese Gewerkschaft erster Klasse ins Aus.

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