Kommentar Elisabeth Zoll zum Staatsbesuch in Israel Getrübte Freude zwischen Israel und Berlin

Elisabeth Zoll
Elisabeth Zoll © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Elisabeth Zoll 05.10.2018

Der Dissens in politischen Fragen ist größer geworden zwischen Deutschland und Israel. Darüber können Freundlichkeiten und die Ehrendoktorwürde für Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht hinwegtäuschen. Es bleiben aber auch Freundschaft und Verbundenheit, die den Verbrechen der Nationalsozialisten folgten.

In diesem Spannungsfeld sind die deutsch-israelischen Regierungskonsultationen angesiedelt. Beide Seiten wissen um die Begrenzung des jeweils anderen Partners  – und leben damit: Israel scheint zu akzeptieren, dass Berlin die Ablehnung des Atomabkommens mit dem Iran nicht teilt. Berlin wiederum muss zur Kenntnis nehmen, dass der Einfluss auf die unsägliche israelische Siedlungspolitik gering ist, die einer Zwei-Staaten-Lösung den Boden entzieht.

Näher gekommen ist man sich in pragmatischem Bereichen: der Wirtschaft und der Spitzentechnologie. Aus einer noch intensiveren Kooperation ziehen beide Seiten Nutzen. Der eigene Vorteil darf jedoch Berlin nicht dazu bewegen, den abwesenden Dritten aus dem Blick zu verlieren: die Palästinenser. Auch sie brauchen Partner.

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